Warum es uns gibt

Im April 1994 kam es in Ruanda zum schnellsten Genozid in der Menschheitsgeschichte, bei dem mehr als eine Millionen Menschen der Bevölkerungsgruppe der Tutsi in nur 100 Tagen von einer anderen Bevölkerungsgruppe getötet wurden. Mindestens 250.000 Frauen wurden Opfer von Vergewaltigungen. 

Viele wurden mit HIV (Aids) infiziert oder leiden heute noch an Krankheiten und Behinderungen als Folge des Völkermords. Viele Menschen leiden auch unter den psychischen Folgen. So wurden z. B. Witwen aus Mukoma von Milizen gezwungen, ihre männlichen Säuglinge zu ihnen zu bringen. Vor ihren Augen wurden ihren Babys dann mit Macheten die Köpfe abgehackt. 

Auch wenn sich die Bevölkerungsgruppen in Ruanda in einzigartiger Weise vergeben haben und Ruanda inzwischen eines der sichersten Länder Afrikas ist, leiden viele Menschen unter den Folgen des Genozids: Ehefrauen verloren ihre Männer, Mütter ihre Söhne, Kinder ihre Väter. Viele sind traumatisiert. Zudem ist Ruanda ein armes Land, in dem es vielen Familien oft an gesunder Nahrung und sauberem Wasser fehlt. Kinder wachsen oft ohne Perspektive auf, da viele Eltern das Schulgeld nicht bezahlen können und sie deshalb keine ausreichende Schulbildung erhalten.